Mit dem Anpfiff der Kreisliga-B-Partien in Gelsenkirchen hat am Sonntag ein bundesweit bislang einmaliges Pilotprojekt von FIFA, DFB und FLVW begonnen: Erstmals kamen Bodycams bei Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern im deutschen Amateurfußball zum Einsatz. Die Kameras sollen dazu beitragen, Unparteiische besser zu schützen, kritische Situationen zu dokumentieren und gleichzeitig präventiv auf das Verhalten aller Beteiligten wirken.
Beim Auftaktspiel zwischen dem SSV Buer II und dem BV Rentfort II leitete Schiedsrichter Thomas Pidun die Partie mit einer Bodycam auf der Brust. Zwar musste die Kamera während des Spiels nicht aktiviert werden, dennoch sorgte der Testeinsatz für großes Interesse bei Vereinen, Zuschauern und Medien. Neben WDR, Sportschau und Tagesschau berichteten unter anderem auch RTL, die Süddeutsche Zeitung, BILD, WAZ und RevierSport über das Projekt.
Die Besonderheit: Die Bodycam zeichnet nicht dauerhaft auf. Im Bereitschaftsmodus werden die vergangenen 30 Sekunden fortlaufend überschrieben. Erst durch die Aktivierung durch den Schiedsrichter wird die Situation gespeichert, inklusive der 30 Sekunden vor dem Auslösen. Ein akustisches Signal, ein rotes Licht und die Anzeige des Livebildes machen den Einsatz für alle Beteiligten sichtbar. Das Pilotprojekt wurde datenschutzrechtlich geprüft und wird bis zum Saisonende wissenschaftlich begleitet.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen das Sicherheitsgefühl der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sowie mögliche Auswirkungen auf das Verhalten von Spielern, Trainern und Zuschauern. Die Erkenntnisse aus Gelsenkirchen sollen anschließend in die internationale Bewertung durch die FIFA einfließen.
Für den FLVW ist der Start ein wichtiger Schritt im Einsatz für mehr Respekt und Sicherheit auf den Fußballplätzen. Die ersten Eindrücke des Testwochenendes zeigen bereits: Kaum ein Thema bewegt den Amateurfußball aktuell so sehr wie die Frage, wie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter künftig noch besser geschützt werden können.
[ts]
